Am 05. Februar 2016 ist aus dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft und ländliche Räume Schleswig-Holstein über die Verordnungsentwürfe mit dem geplanten Verbot der Freizeitfischerei in den Schutzgebieten der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit informiert worden. Erst auf eine deutliche Beschwerde wurde der Verband der Hochseeangel- und Bäderschiffe e.V. vom BMUB ins Anhörungsverfahren aufgenommen. Am 16. Februar 2016 ist eine schriftliche Stellungnahme eingereicht und am 23. Februar 2016 am Anhörungstermin in Hamburg teilgenommen worden.

Bis zu diesem Zeitpunkt ist nicht an die Ernsthaftigkeit des Verbots der Freizeitfischerei im Fehmarnbelt gedacht worden, man wurde aber in Hamburg eines Besseren belehrt.

Der DAFV, der DFV, der LSFV-SH, der LFV-MV und der DMV wurden daraufhin kontaktiert und am 07. April 2016 fand ein erstes Treffen mit den Verbänden in Oldenburg in Holstein statt. Dort wurde gemeinsam vereinbart, die Unterschriftenaktion des DMV zu unterstützen und eine gemeinsame Initiative Norddeutschlands gegen das Angelverbot ins Leben zu rufen.

Am 22. April 2016 wurde pressewirksam in den Räumlichkeiten der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein mbH EGOH in Eutin die Allianz gegen Angelverbot in den Schutzgebieten der AWZ ins Leben gerufen. Seitdem wird gemeinsam mit  Partnern daran gearbeitet, das Verbot der Freizeitfischerei zu verhindern. Erste kleine Erfolge sind bereits zu verzeichnen. Es gab geringfüge Veränderungen bei der Gebietskulisse und die Allianz erhält aus allen Richtungen Unterstützung. So wird die Ablehnung inzwischen auch von dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (auch zuständig für Fischerei) und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (zuständig für Tourismus) sowie von den Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern geteilt.

Formiert hat sich im Zuge dessen auch ein Organisationsteam Anglerdemo, das am 22. April 2017 erstmals zu einer Bootsdemo von Anglern, Meeresanglern, Brandungsanglern, Bootsanglern sowie Angelkutterbesitzern im Fehmarnsund aufgerufen hat. Parallel dazu fand im Rahmen der Ausstellung Fishing Master Show in Burgstaaken/ Fehmarn eine Podiumsdiskussion mit Politikern und Anglern zu den Beeinträchtigungen für den Angelsport statt. Der ersten Bootsdemo folgte die Anglerdemo 2.0 am 17. Juni 2017 mit einer Kundgebung im Heiligenhafener Fischreihafen. Am 14. Juli 2017 nutzten Angler und angeltouristische Betriebe aus Ostholstein den Besuch der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, um erneut gegen das Angelverbot zu protestieren und eine Resolution zu überreichen.

Trotz aller Bemühungen wurden am 28. September 2017 Fakten geschaffen und von der zuständigen Bundesumweltministerin die Verordnungen zum Angelverbot in fünf Schutzgebieten in der AWZ in der deutschen Nord- und Ostsee, darunter in Teilen des Fehmarnbelts, unterzeichnet. Angelkutterbetreiber, Kleinbootverleiher, Inhaber von Angelgeschäften, Hafenbetreiber und Angler trafen sich daraufhin am 02. Oktober 2017 im Gewerbezentrum Oldenburg i.H., um gemeinsam das weitere Vorgehen zu beraten.

Im Januar 2018 wurde nunmehr von der Reederei Thomas Deutsch in Heiligenhafen Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland eingereicht. Hierfür ist der Verwaltungsrechtler Prof. Dr. Holger Schwemer aus Hamburg eingeschaltet worden. Die Klage wird von den betroffenen Betrieben und Anglern finanziert.

Die EGOH unterstützt die angeltouristischen Betrieben mit dem Ziel, die Existenzen nicht nur in der laufenden Saison 2018, sondern langfristig zu sichern.

Ihr Ansprechpartner:

Sandra Belka
04521/ 808 824
belka@egoh.de

  • Mitglieder der Allianz.pdf

  • Verordnungsentwurf Fehmarnbelt

  • Fehmarnbelt_Karte.pdf