Nachdem Ende August 2019 die Empfehlung der EU-Kommission zum Baglimit 2020 für den Westdorsch (2019: 7 Dorsche; 2020 geplant: 2 Dorsche pro Tag und Angler) zu einem kollektiven Aufschrei unter den angeltouristischen Betrieben in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern führte, hat der Wassertourismus in Schleswig-Holstein e.V. (WiSH) in Kooperation mit der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein mbH EGOH am 11.09.2019 kurzerhand zu einem Krisengipfel nach Oldenburg i.H. eingeladen. Nicht nur die Inhaber der betroffenen angeltouristischen Betriebe kamen hier angesichts der düsteren Zukunftsaussichten zusammen, gemeinsam mit ihnen diskutierten auch politische Vertreter die Frage, wie der Angeltourismus an der deutschen Ostsee jetzt noch zu retten sei. Unter ihnen Niclas Herbst, Europaabgeordneter der CDU aus Schleswig-Holstein und einziges deutsches Mitglied im Fischereiausschuss, der noch während der Zusammenkunft eine Einladung nach Brüssel aussprach, um unmittelbar mit den zuständigen Vertretern im Europäischen Parlament über die dramatischen Auswirkungen eines geplanten Baglimits von 2 Dorschen zu sprechen.

Dass dies mehr als nur ein Lippenbekenntnis war, zeigte sich bereits wenige Tage nach dem Krisengipfel. Die offizielle Einladung erging prompt, Tagesablauf und Gesprächspartner wurden fixiert und am 23.09.2019 machte sich eine Delegation bestehend aus Lars Wernicke (WiSH), Thomas Deutsch (Hochseeangel- und Bäderschiffe e.V.), Sandra Belka (EGOH) und Dr. Harry Strehlow (Thünen-Institut für Ostseefischerei in Rostock) auf den Weg nach Brüssel. Dort fanden intensive, mitunter kontroverse, aber auch lösungsorientierte Gespräche mit der Ständigen Vertretung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie mit Vertretern der Generaldirektion MARE statt, die unmittelbar Einfluss auf die Empfehlung der EU-Kommission nehmen können.

Auf ihrer Rückreise mit im Gepäck hatte die Delegation letztendlich die Aufforderung, mögliche alternative Szenarien unter Berücksichtigung der notwendigen wissenschaftlichen Aspekte zum Schutz den Dorschbestandes zu erarbeiten. Bereits am 27.09.2019 sind diese mit den betroffenen Betrieben aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern diskutiert und abgestimmt worden.

So konnte am 27.09.2019 die offizielle Stellungnahme der gemeinsamen Partner WiSH, Verband der Hochseeangel- und Bäderschiffe und EGOH mit der nach wie vor bestehenden 1a-Lösung eines Baglimits von 7 Dorschen, aber auch mit einem weiteren Alternativangebot an das BMEL in Berlin sowie die Generaldirektion MARE in Brüssel als Vorbereitung auf die Mitte Oktober stattfindende Konferenz der EU-Fischereiminister übergeben werden.

Ihre Ansprechpartnerin:

Sandra Belka
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